Mittwoch, 27. Mai 2009
Gar nicht gemerkt...
heute ist mir eingefallen, dass du seit gestern schon 4 Monate fort bist. Wie kommt es, dass ich es gestern nicht gemerkt habe? Sonst ging es mir an diesem Tag immer schlecht. Und dann ist mir noch was eingefallen. Annika hatte gestern Geburtstag. Wir haben auf dich angestoßen. Sie ist jetzt schon 15 Jahre alt. Nächstes Jahr wird sie konfirmiert. Du wärst so stolz auf sie. Sie entwickelt sich ganz toll!
Ich weiß, ich darf mich nicht schlecht fühlen, weil ich gestern nicht so wie sonst an dich gedacht habe. Du würdest das nicht wollen. Aber ich will dich noch nicht so aus meinem Leben lassen. Du wirst immer ein Teil davon sein. Ich liebe und vermisse dich so sehr. Ich hoffe, dass ich deine Anwesenheit spüren werde, wenn ich am 09.09.09 heirate. Bitte sei irgendwie da. Lass mich deine Nähe spüren!
Ich habe von vielen Leuten gehört, dass sie von Ihren Papas geträumt haben. Es wäre so schön, wenn du mir im Traum noch mal begegnen könntest und mit mir redest. Ich möchte so gern wissen, ob es dir jetzt gut geht. Ich spüre es zwar irgendwie, aber ich möchte es genau wissen. Komm mich doch mal besuchen, ja? Ich liebe dich, Papa!! Dein Töchterchen.
Montag, 23. März 2009
Hallo Paps
Papa, Sascha hat neulich auf seinem Handy "I am, I said" von Neil Diamond abgespielt. Das war ganz schrecklich und auch irgendwie schön. Aber es fällt mir schwer, Neils Musik zu hören. Es weckt so viele Erinnerungen, die schön, aber auch unendlich schmerzhaft sind. Ich muss gerade daran denken, dass du mich mal gefragt hast, ob ich ein Buch über dein Leben schreiben würde. Wir haben das immer aufgeschoben. Es tut mir sehr leid, weißt du? Ich hätte es tun sollen. Aber ich schreibe jetzt ganz viel über dich. Vielleicht wird ein Buch draus und vielleicht wirst du es wissen, da wo du jetzt bist und stolz auf mich sein.
Weißt du, was ich nicht vergessen kann? Ich sehe immer vor mir wie sie deinen Körper hingelegt haben. Das war so unnatürlich für dich. Du hättest nie so gelegen. Natürlich weiß ich, dass du zu diesem Zeitpunkt schon längst an einem besseren Ort warst, aber dennoch...
Ich sage mir immer: Dein Körper war ein altes Haus, das du verlassen hast, um an einem besseren Ort zu wohnen. Wo es sauber ist und die Luft rein. Wo du wieder atmen kannst und keine Schmerzen spüren musst. Ja, es ist tröstlich, die meiste Zeit. Aber ich verbinde dich mit diesem alten Haus, ich kenne jeden Winkel darin. Ich denke oft an deine Hände. Ich erinnere mich ganz genau an sie. Sie haben mich oft getröstet. Und ich erinnere mich an jede Mimik, jeden Ausdruck in deinen Augen. An alle deine Gesten und ich möchte sie nie vergessen! Nichts davon darf mir verloren gehen, niemals!
Weißt du, heute geht es mir wieder sehr, sehr schlecht.Rüdiger und ich fahren gleich die Kirche für die Hochzeit aussuchen. Ohne dich. Das ist so traurig. Wenn ich dich nur in den Arm nehmen könnte! Du fehlst mir so sehr!! Und Mama!? Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es erst für sie sein muss. Aber du hilfst uns, nicht wahr? Ganz bestimmt.
Samstag, 14. März 2009
Für dieses Leben - ein Abschied

Für dieses Leben
Für dieses Leben, gelieber Vater, ist es ein Abschied.
In diesem Leben, mein Paps, werde ich dich nie mehr sehen.
Doch die Jahre fliegen vorbei, wie ein schönes Lied.
Und bald, im nächsten Leben, werden wir wieder gemeinsame Wege gehen.
Keine Endgültigkeit ist wahr und wirklich von Dauer.
Alles endet und beginnt wieder ganz neu.
Fröhlich will ich sein, sei da auch die eine oder andere Mauer.
Bald mein liebster Papi, sehen wir uns wieder, worauf ich mich für dieses Leben lang, freu´!
Deine Tochter Nina 14.03.2009
